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MultiMix für Roboter: Software zur Automatisierung der Kommissionierprozesse

Die robotergesteuerte Kommissionierung von heterogenen Packstücken (Kundenaufträgen) auf Paletten gestaltet sich im Vergleich zur Palettierung gleich dimensionierter Packstücke wesentlich komplexer und stellt damit höchste Anforderungen an die Steuerungssoftware. Das in zahlreichen Praxiseinsätzen bewährte MultiMix für Roboter berechnet für jeden einzelnen Kommissionierauftrag die minimale Anzahl der benötigten Paletten und zerlegt den Auftrag in palettengerechte Teilmengen, die dann mit dem Palettier-Roboter - bei Bedarf zum Teil auch manuell - so auf Paletten gepackt werden, dass die Ladeeinheiten die Stabilitätsanforderungen erfüllen. Neben Paletten können unter Einsatz von MultiMix für Roboter auch andere Ladungsträger, wie z.B. Rollcontainer, Palettenboxen oder Mehrwegbehälter beladen bzw. gefüllt werden. Aufgrund der stützenden Wände lassen sich hier erfahrungsgemäß sehr gute Stauraumnutzungen erzielen, da die Anforderungen an die Stabilität der Ladung geringer sind.

Multiscience bietet mit der Software MultiMix für Roboter auch die Möglichkeit, bereits in der Phase der Projektierung von Robotersystemen auf Basis realer Auftragsdaten die Kommissionierung der Paletten bzw. anderer Ladungsträger zu visualisieren. Damit besteht auch die Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit alternativer Robotersysteme zu bewerten.

Die für eine Automatisierung der Kommissionierprozesse notwendigen Informationen erhält MultiMix für Roboter aus dem Warehouse Management System. 
MultiMix für Roboter berücksichtigt die Eigenschaften des Palettier-Roboters sowie des Greifers, so z. B.

  • von welchen Seiten der Roboter die Kommissionierpalette erreichen kann,
  • ob der Greifer in der Lage ist, mehrere Packstücke neben- oder übereinander aufzunehmen und abzusetzen.

Weitere Restriktionen, die von MultiMix für Roboter berücksichtigt werden können, sind z.B.

  • maximale Ladehöhe sowie maximales Gesamtgewicht pro Ladungsträger,
  • artikelspezifische Fragilität und Überstaubarkeit,
  • besondere kundenspezifische Anforderungen an die Stabilität der Ladung,
  • Vorgaben zur Trennung oder Zusammenfassung von Artikeln oder Warengruppen,
  • Vorgaben zur Kommissionierreihenfolge.

Die wichtigsten Rahmenbedingungen werden durch die eingesetzte Fördertechnik festgelegt. Sie definiert die Flexibilität hinsichtlich der Reihenfolge der dem Roboter zugeführten Packstücke und bestimmt damit maßgeblich die der Software MultiMix für Roboter verbleibenden Freiheitsgrade bei der Stauraumoptimierung. Folgende Ausprägungen eines Fördersystems lassen sich unterscheiden:

  • Die Reihenfolge der zugeführten Packstücke wird für jeden Kommissionierauftrag von MultiMix vorgegeben.
  • Die Reihenfolge der zugeführten Packstücke eines Kommissionierauftrags wird vom Fördersystem vorgegeben und MultiMix für Roboter hat eine vollständige Information über die Reihenfolge der zugeführten Packstücke.
  • Die Reihenfolge der zugeführten Packstücke eines Kommissionierauftrags wird vom Fördersystem vorgegeben; MultiMix für Roboter hat jedoch nur eine partielle Information über die Reihenfolge: Lediglich für die wenigen nächsten Packstücke, die dem Roboter zugeführt werden, ist die Reihenfolge bekannt. In dieser Situation einer chaotischen Kommissionierung wird von MultiMix für Roboter während der Palettierung die beste Position für das jeweils nächste Packstück ermittelt. Kann eine begrenzte Anzahl von Packstücken zwischengepuffert werden, lassen sich oft bessere Ergebnisse erzielen.

Packt der eingesetzte Palettier-Roboter die zu kommissionierenden Artikel von einer aus dem Lager zugeführten artikelreinen Quellpalette direkt auf die Palette, stellt sich die Aufgabe, für jeden Artikel stets die gesamte Stückzahl einer Auftragsposition auf die Kommissionierpalette umzuladen, da die Quellpalette nur einmal aus dem Lager angefordert werden kann. Auch für diese Situation hat Multiscience eine Softwarelösung entwickelt, die eine Mehrfachgreifoptimierung des Roboters in Abhängigkeit vom aktuellen Status der Quell- und Zielpalette ermöglicht.